Meine 3 wichtigsten Werte sind: Feinfühligkeit, Dynamik und Klarheit. Das habe ich jetzt nicht einfach so willkürlich aufgeschrieben, sondern bin durch eine Anregung der Content Society darauf gekommen, mich mit meinen Werten auseinanderzusetzen. Beim Thema „Werte“ dachte ich natürlich sofort an Freiheit. Klar, Freiheit ist immer die Nummer 1, aber jenseits des Selbstverständlichen? Es ist schon interessant, wenn man einmal beginnt, sich darüber Gedanken zu machen. Es gibt mindestens 295 Werte, die auf meiner Liste stehen; Liebe, Familie, Frieden – alles total wichtig, aber was sind die drei wesentlichen Werte, die mich und meinen Lebensweg bestimmen? Und somit auch meine Arbeit?
Das Ergebnis ist nicht überraschend, und doch sehr spannend für mich gewesen. Meine Arbeit als Jin Shin Jyutsu Praktikerin legt nahe, dass Feinfühligkeit zu meiner Grundausstattung gehören sollte, und so ist es auch. Ohne meinen Fühlomaten geht gar nichts, und das ist meistens super, manchmal aber auch anstrengend, denn es gibt Dinge, die sich nicht so prickelnd anfühlen. Und doch – ich mag die Vorstellung, dass das Fühlen und Spüren uns von Maschinen jedweder Art unterscheidet. Dieses kleine, unberechenbare Etwas, das uns zu Menschen macht. Die Dynamik beinhaltet für mich ganz viel Lebendigkeit, Neugier, ein Sich-Einlassen-auf-die-Welt, und das passt sehr gut zu meinem Temperament und auch zu meiner Schnelligkeit. Interessanterweise fahre ich nicht gern schnell Auto, aber geistig bin ich sehr luftig unterwegs. Mein dritter Wert, die Klarheit, ist das Zünglein an der Waage zwischen dem Fühlen und der Dynamik: mit klarem Kopf und klarem Herzen treffe ich ausgewogene und gute Entscheidungen.
Meine drei wichtigsten Werte
1. In diesem Artikel bekommst Du einen Eindruck von meiner Herangehensweise ans Leben.
2. Mein wichtigster Wert ist die Feinfühligkeit.
3. Ebenso brauche ich Dynamik in menem Sein.
4. Klarheit gibt mir Ruhe und Kraft.
Der Fühlomat ist immer dabei: Warum Feinfühligkeit meine Nummer 1 ist
Der Vorteil ist: Ich bin sensibel. Der Nachteil ist: Ich bin sensibel. Das habe ich schon immer halb ernst, halb im Spaß über mich gesagt. Und es ist wahr, ich bin sensibel. Ich spüre sehr viele Dinge, die Anderen vielleicht erstmal gar nicht auffallen. Oft wurde ich als „Sensibelchen“ belächelt, und so packte ich dieses enorme Geschenk weg. Es gab dann tatsächlich eine Zeit, in der ich ernsthaft davon überzeugt war, ich sei völlig unsensibel.
Doch weit gefehlt. Mein Fühlomat war immer dabei. Und heute kann ich sogar sagen: Die Feinfühligkeit ist mein wichtigster Wert! Logischerweise ist eine Person, die mit ihren Händen und Berührung arbeitet (also ich), mit diesem Wert eins. Feinfühligkeit – Empathie – ist die Basis für so viele andere wesentliche Werte, die sozusagen inklusive sind: Mitgefühl, denn wenn ich ein feines Gespür habe, kann ich mitfühlen, ohne mitzuleiden. Anteilnahme, denn mit meinem feinen Gespür kann ich wahrnehmen, wie es meinem Gegenüber geht und darauf eingehen. Respekt, denn dank der Feinfühligkeit kann ich mein Gegenüber in erster Linie als Menschen sehen, die in jeder Lebenslage ihre Würde wahren dürfen. Toleranz, denn es ergibt sich von allein, dass Feinfühligkeit es mir erlaubt, jeden Lebensentwurf erst einmal so zu nehmen, wie er ist, selbst wenn es dem meinigen nicht entspricht.
Feinfühligkeit bringt also jede Menge Geschenke mit sich. Für mich ist sie eine der größten Stärken des Menschseins und unterscheidet uns eindeutig von Maschinen und künstlich Erschaffenem. Ist Feinfühligkeit 2.0 möglicherweise der nächste Schritt auf dem Evolutionszeitstrahl? Ich mag diese Vorstellung. Ich fühle einfach gern! Die Welt ist so phantastisch mit all‘ ihren Facetten, und es ist einfach ein Geschenk, alles in sich aufzunehmen. Auch die Dinge, die wir ganz schnell wieder aus unserem System herausschleudern möchten, denn es gibt das Fühlen nur als Ganzes.
Meine Erkenntniss, als ich mich mit meinen wichtigsten Werten auseinandergesetzt habe: Mein Fühlomat ist die Nummer 1. Immer, wenn ich meine innere Stimme wegwische und mir Situationen oder Argumente schönrede, kommt irgendwann die Fühlomaten-Rückmeldung: „Eigentlich hab ich es ja gewusst.“ Nun, das sind die Lernkurven des Lebens, und ich habe ja noch eine Menge zu lernen. Im Miteinander jedenfalls ist so ein gut funktionierender Fühlomat Gold wert. Und um das direkt zu relativieren: ich bin keineswegs darüber erhaben, auch mal so richtig daneben zu latschen. Aber fühlenderweise geht es wieder leichter auf den Hauptweg zurück.
Die Fackel der Begeisterung in die Welt hinaustragen: Dynamik
Ich möchte die Fackel der Begeisterung in die Welt hinaustragen. Dieser Satz war schon sehr früh in meinem Leben mein Motor. Ich durfte lernen, dass ich das auf jeden Fall tun kann und auch muss, denn die Begeisterung gehört unbedingt in die Welt, aber es kann durchaus passieren, dass die Welt gerade nicht hundertprozentig auf meiner Welle schwimmt und meine Begeisterung nicht teilt. No risk, no fun! Ich habe niemals damit aufgehört, mich mit drölfundneunzig Dingen gleichzeitig zu beschäftigen, und das Ganze dann natürlich auch der Welt mitzuteilen.
Meine Lieben kennen das. Als ich zum Beispiel mit Jin Shin Jyutsu begonnen hatte, war meine Begeisterung gar nicht mehr zu bremsen. Ich habe dann – selbstverständlich! – allen sofort erzählt, welchen Finger sie sich strömen sollen, und warum das so gut für sie ist, und überhaupt! Die Armen, denke ich heute oft und muss über mich lachen, denn wer will schon missioniert werden? Bis heute ist es so, dass die Familie kurz zusammenzuckt und jeder sich schnell einen Finger hält, wenn er mich sieht. Dieses Überschießende ist ebenso ein Lernprozess wie das richtige Justieren des Fühlomaten, und beides bedingt sich gegenseitig. Ein wirklich gutes System!
Meine Dynamik, das ist für mich eine Mischung aus Temperament, Lebensfreude und Kraft. Daraus ergibt sich für mich, dass ich mit meinem schlesisch-rheinischen Temperament gern laut und lebhaft bin, gern lache, jedoch auch innehalte und Raum freigebe, denn mein Fühlomat (siehe Punkt 1) ist sehr präzise im Anzeigen von Räumen. Ebenso bin ich sehr schnell in der Umsetzung von allem Neuen. Ich kann sehr sprudelnd sein, viel erzählen, sehr detailverliebt dazu, weshalb ein Blog natürlich DIE Spielwiese schlechthin für mich ist. Hier kann ich mich so richtig austoben und über alles schreiben, was mich begeistert. Und hier ist auch der Raum (und die Zeit) für alle, die es lesen möchten.
In der Ruhe liegt die Kraft: Klarheit
In der Ruhe liegt die Kraft. Mein dritter Wert ist die Klarheit. Klarheit auf allen Ebenen, auch wenn dieser Ausdruck stark verwässert ist, weil es so häufig verwendet wird. Ich brauche Klarheit wie Luft zum Atmen, sonst werde ich ganz wuschig. Wenn ich diffuse Gedanken und Gefühle habe, fühle ich mich extrem unwohl. Ich kann selbst mit einer klaren Absage super gut leben, hingegen ist ein Wischiwaschi für mich unerträglich. Ich habe mich natürlich gefragt, warum das so ist und bin zum Schluss gekommen, dass das mit meinen Werten 1 und 2 Hand in Hand geht.
Ich spüre sehr schnell, wenn etwas nicht stimmig ist. Das bereitet mir manchmal wirklich körperliche Schmerzen! Und da ich mich mittlerweile sehr gut kenne, weiß ich: ok, da ist irgendwas unklar. Irgendwas ist im Unterbewusstsein los, und ich kriege es nicht zu packen. Das erzeugt eine Menge Stress und Unruhe, und das nimmt mir jegliche Kraft und Dynamik. Alles, was unbewusst „läuft“, kann im Keller rumpeln und pumpeln, und ich frage mich dann, ob ich so müde bin, weil wir gerade Vollmond haben. Oder so. Sobald es ins Bewusstsein kommt und sozusagen einen angemessenen Platz am Tisch hat, ist das Diffuse kein Stressfaktor mehr. Logisch, denn nun ist es nicht mehr diffus, sondern klar, und oft genug ist es gar nicht so ein Riesending, sondern eine Emotion, die angeschaut und ins Gesamtgefüge eingebaut werden möchte.
Wie ich das hinkriege? Na, ganz sicher nicht mit einem „Schnipp“! Das Strömen ist natürlich ein Weg, Bewusstsein zu schaffen. Daneben betreibe ich seit über 30 Jahren schon Psychohygiene, indem ich meditiere oder andere Praktiken anwende (zum Beispiel systemische Arbeit oder andere psychologische Techniken). Auch der Austausch mit vertrauten Personen ist eine Gnade. Das Sortieren ungeordneter Gedanken ist pure Heilung. Für mich ist das wirklich essenziell, denn ohne Klarheit habe ich keine Kraft. Und ohne Kraft keine Vitalität. Deshalb ist der altbekannte Satz „In der Ruhe liegt die Kraft“ für mich ein starkes Mantra. Ich komme jeden Tag zur Ruhe, indem ich mich ströme und meditiere, und dann spüre ich auch wieder die Lebenskraft und Freude.

ÜBER MICH: Ich bin Jin Shin Jyutsu Praktikerin aus Krefeld. Im Jahr 2000 habe ich Jin Shin Jyutsu, auch als „Strömen“ bekannt, kennengelernt. Nach meiner Ausbildung zur Jin Shin Jyutsu Praktikerin und Selbsthilfelehrerin habe ich 2004 meine eigene Praxis gestartet. Ich bin sehr dankbar und glücklich, dass ich diese Kunst bis heute mit so vielen Menschen teilen darf. Ich gebe Selbsthilfekurse und auch Einzelbehandlungen. Mein Leitmotiv ist: Zurück in die Einfachheit. Es ist alles schon da!
Außerdem bin ich Bloggerin und ein Great Ager: Ich ermutige Frauen, jenseits von Altersklischees ein großartiges Leben zu führen. Ich schreibe nicht nur darüber, sondern kombiniere es mit dem Strömen – ein einfacher, kraftvoller und äußerst effektiver Weg zur Selbstermächtigung.
Mehr über mich findest Du hier: Über mich.

Das sind ganz wunderbare Werte, die dich in deinem Leben und in deinem Tun leiten. Ich kann förmlich spüren, wie sie deine Arbeit als Jin-Shin-Jyutsu-Praktikerin bereichern – für dich und deine Klient*innen. Und der Gedanke an eine Feinfühligkeit 2.0 inmitten von KI und Co. gibt mir ein wirklich schönes Gefühl. Tausend Dank fürs Teilen!
Liebe Cindy,
vielen Dank! Ich freue mich, dass der 2.0-Gedanke Dich erfreut hat. Es gibt viel zu tun,äh, fühlen!
Oh Johanna, ich erkenne mich in all diesen drei Qualitäten wieder. Und ich mag’s, wie du jeder Hauptqualität gleich noch viele weitere zugeordnet hast. Was da alles zusammenspielt … wundervoll!
Liebe Sandra, wie schön, dass meine Werte eine Resonanz bei Dir erzeugen.