Life is life. Nanananana. So war mein Juli 2026.

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Johanna Wienzek Juli 2026

Mein Juli 2026 sollte ein nicht enden wollender Erholungsmonat werden. Laue Sommerabende am Rhein, lange Spaziergänge durch die erntereifen Felder, eiskalte Drinks auf der Terrasse. In den Tagen dazwischen wollte ich exzessiv schreiben und in der Summer Blogging School von Judith Peters meine Claude-Skills verfeinern – so der Plan. Und wie immer kam das Leben dazwischen, und aus dem Chillout-Modus wurde blitzschnell ein Fiebertraum.

Was ist geschehen?
Meine großartige Great Ager Mutter hat entschieden, dass es jetzt Zeit sei, ins Pflegeheim zu ziehen. Was zunächst selbstbestimmt und gut durchführbar schien, entwickelte sich zu einem absoluten Horrortrip. Spoiler: Sie ist exakt einen Tag dort gewesen. Jetzt wohnt sie wieder zu Hause, und wir suchen neue Wege und Möglichkeiten. Dazwischen: eiskalte Drinks auf der Terrasse und so viele Füllhorn-Momente wie möglich, damit ich das Ganze mit gefülltem Energie-Tank begleiten kann.

„Life is Life“ der österreichischen Band Opus war Nummer 1 der deutschen Single-Charts, als ich 18 war. Komischerweise denke ich gerade jetzt häufig an diesen Song, und ich spüre die tiefe Weisheit hinter den Worten. Ernsthaft! Das Leben ist das Leben, da gibt es nichts zu verhandeln, und es ist hilfreich, gelegentlich ein „Nanananana“ zu trällern. Weitergehen. Bisweilen hüpfen. Ich habe das vor der Pflegeheim-Erfahrung verbloggt – Zeit und Muße waren mir hold, und Du kannst meine besten Strategien für ein großartiges Leben als pflegender Great Ager hier nachlesen: Don’t forget to hüpf!

Der Rückblick bekommt eine neue Struktur
Ich habe beschlossen, meinen Rückblick neu zu gestalten. Nach einem Jahr ist es Zeit, eine neue Struktur einzuführen. Ich teile meine Füllhorn-Momente mit Dir, und außerdem gibt es zwei neue Abteilungen: die „Mitnehmsel“ und die „Dalasse“. Und das war im Juli 2026 bei mir los. Viel Spaß beim Lesen.

Meine Mutter will ins Pflegeheim.

Meine großartige fast 87-jährige Mutter hat während ihrer Kurzzeitpflege im Juni beschlossen: „Ich bin jetzt so weit. Ich kann meinen Alltag nicht mehr bewältigen. Hier gefällt es mir ausgezeichnet, ich möchte jetzt in genau dieses Pflegeheim ziehen. Es ist schön, lichtdurchflutet, die Belegschaft ist sehr engagiert, und es gibt viele Sozialkontakte.“

„In Ordnung“, dachte ich. Ich unterstütze sie in allem, was sie möchte. Ich empfand es als sehr positiv, dass sie so aktiv, selbstwirksam und selbstbestimmt diese Entscheidung getroffen hatte. Meine Mutter ist chronisch krank. Sie ist körperlich eingeschränkt, jedoch geistig topfit, und sie ist eine echte Granate. Sie kann Säle unterhalten, benutzt jeden Tag Lippenstift und liebt gute Bücher, Cappuccino und regen Austausch. An mehreren Tagen in der Woche ist sie bereits seit drei Jahren in der Tagespflege – ein echter Segen, denn dort hat sie Gesellschaft und ist gut versorgt. An den übrigen Tagen betreue ich sie, und sie stemmt den Rest, so gut es geht. Das Übliche also, ein Drahtseilakt zwischen „Mut zur Lücke“ und der ständigen Sorge, dass es bitte, bitte gutgehen möge.

Insofern habe ich ihre Entscheidung nachvollziehen können. Doch warum habe ich Schwester Vesnas Worte nicht beherzigt?

Schwester Vesnas kroatische Weisheit.

In unserer Familie sind wir leider sehr erfahren im Umgang mit Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Bereits 2015 hat mein Vater ein regelrechtes Martyrium durchlitten, als er von einer Einrichtung in die nächste verlegt wurde, und jedes Mal gab es einen neuen Klopper: Verbrennungen dritten Grades wurden als „Hautpilz“ diagnostiziert, Dekubitus übersehen, Medikamente wurden vollständig weggelassen (was sehr kritische Folgen hatte), und er musste schlichtweg unnötig leiden. Er war der Situation ausgeliefert, und wir Angehörigen waren stundenlang im Einsatz. Ich habe das damals engmaschig begleitet.

Und jetzt kommt Schwester Vesna ins Spiel.
Schwester Vesna war damals die Oberschwester auf einer der Notaufnahme-Stationen. Sie war eine beeindruckende kroatische Autorität. Als sie hörte, dass mein Vater mit einer schweren Lungenentzündung aus einer Kurzzeitpflege-Situation kam, baute sie sich vor mir auf und hielt eine Rede. Sie sagte mir ganz klar: „Man gibt seine Eltern nicht ins Pflegeheim ab. Sie sterben.“ Wow. Das saß damals, und ich habe es bis heute nicht vergessen. Schwester Vesna hat natürlich ihren balkanischen Kodex gelebt – die Alten werden nicht abgegeben, sondern zu Hause versorgt. Was nicht möglich ist, wird möglich gemacht.

Jedoch: Im Fall meiner Mutter war es anders. Sie befindet sich in einem viel besseren gesundheitlichen Zustand als mein Vater seinerzeit, und sie hat es selbst entschieden. Also schob ich meine Erinnerung an Schwester Vesna beiseite und fragte freie Plätze an, regelte, schrieb, und zack! Hatte meine Mutter einen Platz im Pflegeheim ihrer Wahl.

Krawumm. Der Realitätscheck im Pflegeheim.

Ich brauche glaube ich nicht zu betonen, dass es nicht mal eben easy-peasy ist, innerhalb einer Woche eine Wohnung, ja, ein langes Leben einzuschmelzen auf einige wenige Dinge, die man in ein Pflegeheim mitnimmt. Bislang kannte ich nur die klassische Situation: „Ich bleib so lange zu Hause, bis es nicht mehr geht!“. Und wenn es dann nicht mehr ging, mussten die Angehörigen Sachen packen, Entscheidungen treffen: welche Fotos weggeworfen werden, welche Unterlagen noch benötigt werden, und überhaupt, was von all dem gelebten Leben noch in einen Schuhkarton passen soll. Schlimm. Ich musste leider schon einige solcher Situationen meistern.

Doch es ist keinesfalls besser oder einfacher, wenn die eigene Mutter ihren Haushalt bewusst auflöst. Halleluja, hat uns das Nerven gekostet! Wir hatten exakt eine Woche, um das Nötigste zu veranlassen, Kündigungen zu schreiben, Koffer zu packen („Ich kann doch nicht alles hierlassen!“), nicht durchzudrehen und durch diverse Trauer- und Loslassprozesse zu gehen. Ich hatte ständig einen Kloß im Hals, und ich mag mir gar nicht ausmalen, wie es in meiner Mutter ausgesehen haben muss. Jedoch: Des Menschen Wille ist sein Himmelreich, und so überwand ich meine Traurigkeit (ohne Strömen wäre nichts möglich gewesen!), half meiner Mutter zu packen, kochte die (vermeintlich) letzte Mahlzeit in ihrer Küche, und dann war es so weit.

Es war eigentlich wie in der Politik: Wahlversprechen versus Realität.

Der Einzug ins Pflegeheim. Ein neuer Lebensabschnitt. „Der letzte“, so meine Mutter, „Die letzte Station!“. Wie falsch sie lag! Zum Glück. Aber ich greife vor. Wir checkten also ein – hatte ich schon erwähnt, dass der Einstieg in Pflegeheime, sofern sie kein Neubau sind, nur über ein Doppelzimmer möglich ist? Nein? Doch, so ist es. Wenn dann ein Einzelzimmer frei wird, ist ein Umzug möglich.

Meine großartige Mutter nahm es auf sich, erst einmal ein Doppelzimmer zu beziehen, mit einer fremden Frau, von der sie nur wusste, sie sei „ein bisschen“ dement. Es wurde uns gesagt, dass sie ganz ruhig und sehr lieb sei, und dass man darauf achte, dass die Bewohnerinnen zueinanderpassen. Hahaha! Ich kann gar nicht sagen, wie sehr das gelogen ist.

Wir kamen an, und es stellte sich heraus: Die Dame war nicht „ein bisschen“ dement. Nein, vielmehr war sie vollständig dement. Ein schweres Schicksal, ganz sicher, doch eine Zumutung für meine geistig klare Mutter. Ich habe tiefes Mitgefühl und großen Respekt vor dem Weg dieser unbekannten Frau, das möchte ich klarstellen. Jedoch halte ich es für untragbar, dass meine Mutter, die mit ihrer eigenen Erkrankung genug zu stemmen hat, auch dieses Schicksal noch mittragen sollte. Schließlich war nicht abzusehen, wie lange diese unfreiwillige Zimmer-WG bestehen sollte.

Die Dame lag im Bett, popelte und brabbelte, oder schrie, oder alles zusammen, und das die ganze Nacht hindurch (das wussten wir zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht). Neben ihrem Bett lag eine Matratze, „falls sie mal herauskrabbeln sollte, damit sie sich nicht verletzt.“ Meine Mutter solle dann ruhig nach dem Pflegepersonal klingeln. Excuse me?

Im Grunde genommen hätte ich zu diesem Zeitpunkt einfach meine Mutter schnappen und sie wieder nach Hause bringen sollen. Ich stand wohl zu sehr unter Schock – und machte mich ernsthaft ans Auspacken. Vorher wollte ich mir jedoch die Hände waschen. Dabei sah ich, dass die Toilette inklusive Brille vollges***sen war. Ich habe dann von zu Hause WC-Reiniger und Handschuhe geholt und erstmal geputzt (warum eigentlich?). Die Pflegefachkraft fragte mich freundlich, ob sie mir Desinfektionsmittel holen solle. Bidde??? Ich hab den Mund nicht mehr zugekriegt.

Als ich die Koffer auspacken wollte, musste ich (überflüssig zu erwähnen) die Schränke erst einmal putzen. Dreck, Krümel, und herzzerreißende, intime persönliche Spuren in den Schubladen: abgebrochene Perlen einer einst schönen Kette, Reststückchen alter Ohrringe, ein Cent, ein Namensschild. Wie unwürdig kann ein Leben enden? Der Kloß im Hals war wieder zurück, als ich diese fragilen Zeugnisse eines verblassten Lebens entsorgte und die Schublade saubermachte.

Und das ist noch eines der besseren Pflegeheime!

Es ist keineswegs meine erste Erfahrung mit Pflegeheimen. Es gibt eine Bandbreite und ein Spektrum von „Geht gar nicht“ bis „Joah, kann man machen“. Dennoch ist es ein für mich unbegreifliches Phänomen, dass die meisten Einrichtungen das Wort „Pflege“ nicht bedienen. Es sind eher Verwahranstalten für menschliche Hüllen. Etwas über 5700 Euro berechnet solch ein Heim pro Monat. Dafür soll es dann Rundum-Pflege und Versorgung geben. Was ich diesmal dort erlebt und gesehen habe:

  • Hygiene ist ein Fremdwort. Nicht nur die fäkalgeschmückte Toilettenbrille fiel auf, auch die Reinigung des Zimmers wurde sehr vorsichtig durchgeführt. Vorsichtshalber hat die Reinigungskraft die Ecke, in der meine Mutter und ich saßen, gar nicht erst geputzt.
  • Die Matratze war derart durchgelegen, dass meine Mutter bis heute Rückenschmerzen hat. Man hat ihr vorgeschlagen, eine andere zu holen, die nicht ganz so durchgelegen sei. Whatttt???
  • Es gab keine Toilettensitzerhöhung. Wozu auch? Es ist ja schließlich bloß ein Pflegeheim.
  • Die Pflegefachkraft hat uns hinter vorgehaltener Hand empfohlen, ich solle besser die Wäsche selbst waschen, denn es dauert zwei Wochen, bis sie aus der Wäscherei zurückkommt, und es kommt auch sehr viel weg.
  • Auf den Fluren saßen überall abwesende Menschen. Ich bin mir sicher, dass hin und wieder jemand vom Pflegepersonal hingeht und Getränke anbietet, mit eigenen Augen gesehen habe ich es allerdings nicht. Das (knappe) Personal war zumeist damit beschäftigt, die liegenden Bewohner:innen zu versorgen.
  • Es hat sich NIEMAND darum gekümmert, ob meine Mutter Unterstützung benötigt, oder ob pflegerisch etwas zu tun ist.
  • Das Frühstück wurde nicht gebracht – sie war in der Küche nicht gelistet. Kann passieren. Sollte nicht, wie ich finde.
  • Die Einrichtung des Zimmers war erbärmlich. Kaputte, abgeschabte Möbel. Ich schicke meiner Freundin ein Foto, sie antwortet mit nur einem Wort: „Unwürdig.“ Am Ende eines ganzen, langen Menschenlebens soll diese Ecke ohne Privatsphäre alles sein, was bleibt? Ich kann es kaum ertragen.
Ohne weitere Worte.

5700 Euro für diese Minus-Leistung – das kann nicht sein. Nach nur einem Tag hatten wir so ziemlich alle Horror-Erlebnisse, die man sich nicht wünscht. Und dabei ist es in der Kurzzeitpflege im selben Haus viel, viel besser gelaufen! Dort werden die Bewohner verwöhnt, möglicherweise, damit sie wiederkommen. Es geht in diesen Häusern (denn dieses ist sicher keine Ausnahme) um Gewinnoptimierung. Sobald ein Mensch stirbt, muss das Bett um jeden Preis neu vermietet werden. Das Budget für Verpflegung ist extrem niedrig bemessen, und es herrscht ein chronischer Personalmangel.

Was ist das für ein Land, in dem wir leben? Was für ein unmenschliches System haben wir erschaffen? Wieso sollen alte, kranke Menschen ihre Würde am Eingang des Pflegeheims abgeben? Ich bin zutiefst erschüttert. Wofür haben wir dieses Gesetz?

Grundgesetz
Artikel 1
Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Das Happy End. Meine Mutter ist wieder zu Hause.

Nach einer schlaflosen Nacht rufe ich meine Mutter an. Um 9 Uhr hat sie immer noch kein Frühstück bekommen. Mir reicht es. Mir ist klar: Wenn meine Mutter länger dort bleibt, wird sie sehr bald sterben. Nicht, weil das Frühstück vergessen wird, sondern wegen Verwahrlosung und Vereinsamung. Das Pflegepersonal ist zwar sehr nett und freundlich, aber ich spüre, dass die Zuwendung, die jeder Mensch zum Leben braucht, hier auf der Strecke bleibt. Schwester Vesna, ich habe verstanden. Ich fahre hin, und wie ein Rollkommando packe ich alles wieder ein, fahre meine Mutter zurück in ihre wunderbare Wohnung, kündige das Pflegeheim und hole alles zurück, was noch dort ist.

Was meine Mutter mir erzählt hat, bricht mir das Herz: „Ich habe auf dem Bett gesessen und aus dem Fenster geschaut, und ich habe gedacht: Was habe ich getan? Hier soll ich meinen Lebensabend verbringen? Ohne Geld (die Rente ist ja komplett weg, ich sage nur: 5700 Euro!) und ohne Pflege? Einmal die Woche gibt es Hilfe beim Duschen. Die Wäsche geht verloren. Das Zimmer ist erbärmlich, und ich habe keine Privatsphäre. Das schaffe ich nicht!“

Als Erstes mache ich einen Friseurtermin für meine Mutter. Sie ist in dieser einen Nacht um 20 Jahre gealtert. Jetzt muss sie dringend wieder ins Leben zurück. Zum Glück ist die Vermieterin überglücklich, dass sie bleiben möchte, und in der Tagespflege wird sie mit Konfetti und offenen Armen empfangen. Die alte Struktur ist zum Glück noch da, und sie trägt.

Wir gehen erst einmal einen Cappuccino trinken, und dazu gibt es Schokokuchen. Ein Happy End. Doch was nun? Es gab ja Gründe für diesen Umzug. Jetzt suchen wir nach Unterstützung im Alltag, analysieren die Stellschrauben, an denen wir drehen müssen, damit sie in Würde und in einer freundlichen, schönen Umgebung leben kann.

Das System versagt hier erbärmlich. Pflege wird auf dem Rücken der Angehörigen ausgetragen, die jeden Tag den Spagat zwischen Hingabe und Selbstverleugnung bewältigen. Ich bin fest entschlossen, meine Mutter zu unterstützen, wo immer ich kann, und ich wünsche mir so sehr, dass sie gerade im Alter ein schönes Leben hat. Sie hat so viel erlebt und durchgemacht in ihrem langen Leben! Sie verdient nur das Beste.

Und dieses tiefe Gefühl in meinem Inneren ist mein Motor. Ich suche mir jetzt Hilfe für den Alltag – zum Glück gibt es Unternehmen, die sich darauf spezialisiert haben, Senioren zu begleiten und im Haushalt zu helfen. Ich möchte die Zeit, die uns bleibt, mit Freude und Leben füllen, ich möchte meine Mutter strömen und verwöhnen, anstatt nachts wachzuliegen, weil ich mir Sorgen mache, wie es im Pflegeheim läuft. In den folgenden Tagen schaffe ich es irgendwie, wieder an das Vertrauen heranzukommen, dass es gut geht. Das Erbe meiner Oma Mimi meldet sich. „Wird schon, Mäuserle!“, hat sie immer gesagt. Genau. Wird schon!

Meine Mitnehmsel aus dem Juli 2026

Ich nehme in den August mit:

  • Höre auf Dein Herz. Mag es noch so sinnvoll und logisch klingen, was geplant war, ich hätte keine ruhige Minute gehabt, wäre meine Mutter dort geblieben. Und so nehme ich mit, dass es immer einen Weg gibt, und immer eine Lösung.
  • Ohne Strömen geht gar nichts. Wie immer hat sich für mich das Strömen bewährt, und ich nehme es immer und immer wieder mit in den nächsten Monat. Und ich hatte eine Eingebung: Endlich weiß ich, wie ich das Strömen kurz und knackig beschreiben kann, mein Elevator Pitch steht. Doch dazu später mehr. Ich freu mich jetzt schon darauf, einen Elevator Pitch vom Feinsten zu schreiben.
  • Das Füllhorn. Die Begegnungen mit lieben Menschen, Kreativität, Zeit mit meinen Katzen – und Musik, Musik, Musik: All das hat mich immer wieder erfüllt und aufgetankt. Das darf gern mit!
  • Vertrauen. Ich fühle mich zwar wie nach einem Schleudergang in der Waschmaschine, aber ich spüre ein unerschütterliches (und somit unschleuderbares) Vertrauen ins Leben. Life is Life. Nanananana. 🙂

Wird schon, Mäuserle!“
Meine Oma Mimi

Die „Dalasse“: Das lasse ich im Juli 2026

  • Entsetzen, Bitterkeit, Hoffnungslosigkeit angesichts der fatalen Versorgungssituation im Pflegeheim. Ich empfinde es wie einen Fiebertraum. Weitergehen ist die einzige Option.
  • Ich hatte einen interessanten Dialog mit Judith Peters. Wir sind uns einig, dass der Druck, bei Social Media ständig präsent zu sein, vollkommen gaga ist. Wozu? Ich hatte einen Jin Shin Jyutsu Lehrer, der während eines Kurses einmal gesagt hat: „Ich MUSS gar nichts! „Außer: Einatmen, ausatmen, weiteratmen.“ Dem ist nichts hinzuzufügen. Ich lasse also den Hassel im Juli. Social Media ist nice to have, aber ich renne dem Algorithmus nicht mehr hinterher.
  • Jegliche Vorstellung davon, was „To do“ ist. Es hat sich gezeigt, dass Robbie Williams recht hatte: „I sit and talk to God, and He just laughs about plans.“ So ist es. Pläne sind eine grobe Idee, nicht mehr.

Das Füllhorn

Diese Dinge haben mich im Juli erfüllt und mir Energie gegeben:

  • Die abendliche Feldrunde mit meinem Mann.
  • Eiskalte Drinks auf der Terrasse (und die dürfen bei mir gern 0,0 % haben).
  • Meine Katzen. Sie sind die besten und schönsten Katzen der Welt, logisch.
  • Familie, Freunde, tolle Gespräche: echte Verbindungen tragen.
  • Kunst. Ich war in der tollen Monet, Matisse, Cézanne Ausstellung im Düsseldorfer Kunstpalast. Und ich habe selbst wieder kreativ gewirkt, bei Stephies KreativStammtisch. Soooo großartig!
  • Ich habe mir tatsächlich Nischen schaffen können, um meine Blogbeiträge vorzubereiten. Die Umsetzung kommt im August – voraussichtlich natürlich.
  • Musik. Ich habe meine Liebe zu 80er-Rock neu entdeckt! Wow! Genau das habe ich gebraucht, und der Insta-Algorithmus hat mir die Scorpions geschickt. Ich bin mit dieser Musik aufgewachsen, aber jetzt sehe ich sie mit neuen Augen und bin begeistert! Meine neue Playlist im Auto ist LAUT!!! Und ich brauche unbedingt rockige Klamotten – das Moodboard steht schon.
  • Tanzen. Na klar! Das ist schon immer meine Tankstelle Nummer eins gewesen.
  • Meine Blogparade zum Thema „Großartiges Leben als Great Ager“. Es haben tatsächlich schon einige Frauen tolle Beiträge geschrieben, juhu! Wenn Du auch etwas beitragen möchtest, kannst Du das natürlich sehr gern tun.
  • Ich war zu Gast bei Bettina Nußdorfer. Sie hat mich zu ihrem Podcast eingeladen, und wir hatten ein ganz großartiges Gespräch über Jin Shin Jyutsu und Great Ager. Hier kannst Du die Folge auf YouTube anschauen: „Die Kraft des Strömens“.
Zu Gast bei Bettina Nußdorfer. Ein toller Podcast!

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Von Johanna Wienzek

ÜBER MICH: Ich bin Jin Shin Jyutsu Praktikerin aus Krefeld. Im Jahr 2000 habe ich Jin Shin Jyutsu, auch als "Strömen" bekannt, kennengelernt. Nach meiner Ausbildung zur Jin Shin Jyutsu Praktikerin und Selbsthilfelehrerin habe ich 2004 meine eigene Praxis gestartet. Ich bin sehr dankbar und glücklich, dass ich diese Kunst bis heute mit so vielen Menschen teilen darf. Ich gebe Selbsthilfekurse und auch Einzelbehandlungen. Mein Leitmotiv ist: Zurück in die Einfachheit. Es ist alles schon da! Außerdem bin ich Bloggerin und ein Great Ager: Ich ermutige Frauen, jenseits von Altersklischees ein großartiges Leben zu führen. Ich schreibe nicht nur darüber, sondern kombiniere es mit dem Strömen - ein einfacher, kraftvoller und äußerst effektiver Weg zur Selbstermächtigung. Mehr über mich findest Du hier: Über mich.

4 Kommentare

  1. Ich wünsche Mama Wienzek in ihrem Zuhause noch viele, viele gute Jahre und….ein Hoch auf Schwester Vesna!
    Du hast alles richtig gemacht liebe Johanna ♡

  2. Liebe Johanna, du schreibst so wunderbar und selbst schwere Momente fühlen sich so leicht an. Mir gefällt dein Wort „Füllhorn-Momente“. Werde ich in meinem Alltag aufnehmen, um ihn leichter zu machen. – Ich warte auf deine Bücher: Great Ager. Und eins über Pflegeheime und wie man einen würdevollen Lebensabend schaffen kann… mit vielen Füllhorn-Momenten von dir und deiner Mama. Euch alles Gute, Katrin

    1. Liebe Katrin,
      herzlichen Dank für Deine immer wieder so wertvollen Rückmeldungen.
      Ich nehme Deine Anregung beim Wort und setze das Buch über Pflegealltag auf meine Liste. Einstweilen: Leben. 🙂
      Herzliche Grüße, Johanna

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